Der Ursprung der sechsköpfigen Rockband in der klassischen Besetzung von zwei Gitarren, Keyboard, Bass und Schlagzeug, gekrönt von einer männlichen und einer weiblichen Stimme, liegt in einer ehemaligen Dortmunder Schulband, die sich im Februar 1998 formiert hatte. Lediglich die jetzige Sängerin Dani stieß erst im August 2000 zu der nunmehr vom Schulzwang befreiten Gruppe.
Im Sommer 1999, nach einer über einjährigen, wehrdienstbedingten Pause, nahmen HALB SO WILD den regelmäßigen Probebetrieb intensiv wieder auf und haben seitdem nach und nach ihre Wurzeln als Coverband vollständig hinter sich gelassen. Je länger bei den Proben für die ersten Auftritte des Jahres 1999 mit eigenen Ideen experimentiert wurde, desto stärker entwickelten sich der Drang zu künstlerischer Selbstverwirklichung und das Potenzial für weitere eigene Lieder.
Abgesehen von wenigen sehr ruhigen Balladen sind die entstandenen Eigenkompositionen druckvolle, melodische Rock-Nummern in Moll. Die zumeist melancholischen Texte erzählen viel von Liebe, ohne allesamt Liebeserklärungen zu sein oder andere Elemente des allgemeinen Innenlebens auszuklammern.
Zur Geltung gebracht werden diese teils englischen, aber hauptsächlich deutschen Texte durch zwei Stimmen, die sowohl in den jeweiligen Solostücken überzeugen, als auch in den Liedern mit zweistimmigen Arrangements harmonieren. Der Grundsound wird mal von harten Gitarren, dann wieder von satten Klavierpassagen dominiert. Durchdachte Bass- und Schlagzeugparts unterstreichen den Gesamtklang und setzen markante Betonungen. Konkreten musikalischen Vorbildern eifern HALB SO WILD nicht nach. Dementsprechend sind die einzelnen Stücke in sich und zueinander sehr abwechslungsreich, so dass sich eindeutige Idole oder ein "kopierter" Musikstil nicht ausmachen lassen.
Im Januar 2001 begaben sich HALB SO WILD für drei Wochen ins Tonstudio, um die bis dato neun besten Songs in Eigenregie aufzunehmen. Das selbstproduzierte Album STOLZ erschien schließlich am 19. Mai 2001. Der Titel dieser CD deutet auf den vielleicht einzigen positiven Grundgedanken des oft traurig anmutenden Liedgutes hin, sowie auf das Gefühl der Band nach Vollendung der Aufnahmen im Tonstudio.
Kompositionen, die nach STOLZ entstanden und bereits fester Bestandteil des Bühnenprogramms geworden sind, bieten dem Hörer eine spürbare Steigerung an Rasanz, Textgewicht und sogar progressiven Einschlägen, ohne jedoch Harmonie, Gefühl oder Musikalität einzubüßen.
In nächster Zukunft möchten HALB SO WILD ihre Lieder mit Hilfe ihres Debutalbums und durch weitere Auftritte stärker verbreiten. Sie sind dabei durchaus optimistisch, einige Leute begeistern zu können, denen das Prädikat "handgemacht" auf musikalischen Erzeugnissen noch etwas bedeutet.